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SONDERAUSGABE

Sonderausgabe des GAIN-Newsletters (Sept. 2008)
Inhalt:
1. Editorial
2. Gastbeiträge
3. Aktuelle Personalrekrutierung in den Excellenzclustern
4. Aktuelle Personalrekrutierung in den Graduiertenschulen

    Editorial


    Liebe GAIN-Community,

    die vorliegende Sonderausgabe des GAIN-Newsletters befasst sich mit den im Rahmen von Exzellenzinitiative und Hochschulpakt neu geschaffenen wissenschaftlichen Stellen. Die Frage, wie weit die Reforminitiativen am Wissenschaftsstandort Deutschland auch am Arbeitsmarkt Wirkung zeigen, ist für die Wissenschaftler/innen in Nordamerika von besonderem Interesse: Verbessert der frische Rückenwind der Reformen die Karrieremöglichkeiten in Deutschland und – damit verknüpft – die Rückkehrperspektive in die Heimat? Dieser Newsletter sammelt wichtige, wenn gleich frühe Anhaltspunkte: viele Exzellenzprojekte stecken noch in der Aufbauphase. Trotzdem lassen sich anhand der bisherigen Erfahrungen insbesondere vieler Exzellenzcluster bereits klare Tendenzen erkennen.

    Rund 4000 neue Stellen für Wissenschaftler/innen werden nach Schätzungen der DFG insgesamt in Deutschland entstehen. Weniger als die Hälfte davon sind bisher besetzt, auch wenn sich viele weitere bereits in fortgeschrittenen Stadien des Rekrutierungsprozesses befinden. Eine weitere Erkenntnis: Hochschulen und Exzellenzcluster schreiben viele Stellen gezielt im Ausland respektive den USA aus – über internationale Medien (z.B. Nature, Science), fachrelevante Organisationen, durch direkten Kontakt über private oder institutionelle Netzwerke, oder durch die Einbindung der eigenen internationalen Kooperationspartner. Die Ausschreibung in Deutschland dagegen erfolgt über die eigene Homepage des Clusters bzw. der Universität, Jobportale oder fachspezifische Foren im Internet sowie die „üblichen Verdächtigen“ wie Die Zeit und Forschung & Lehre. Wo auch immer ausgeschrieben wird: Die Stellen passend zu besetzen, wird nicht leichter. Durch die Exzellenzinitiative nimmt die Konkurrenz unter Clustern und Hochschulen bei der Rekrutierung der besten Köpfe zu. Auch das - so belegt eine GAIN-Umfrage unter den Exzellenzclustern - kristallisiert sich als Erkenntnis heraus.

    Der vorliegende Newsletter analysiert in einer Reihe von Gastbeiträgen die bisherigen Folgen der Reformbewegung für den wissenschaftlichen Arbeitsmarkt. Zudem haben wir einige Exzellenzcluster eingeladen, ihre Erfahrungen im Umgang mit der neuen Situation aufzuzeichnen. Denn insbesondere hier, in den Clustern, werden PostDoc- und Gruppenleiterstellen, und Juniorprofessuren geschaffen: genau solche Stellen also, die dem Karrierestadium vieler GAIN-Wissenschaftler/innen in Nordamerika entsprechen. Das geht nicht zuletzt aus unserer Umfrage bei den Exzellenzclustern hervor, deren Ergebnisse ebenfalls in dieser Publikation enthalten sind, und die den Stand der jeweiligen Personalrekrutierung und die derzeitigen Ausschreibungen in den Mittelpunkt rücken. Ein Blick auf die exzellenten Graduiertenschulen und deren Rekrutierungssituation rundet den vorliegenden Newsletter ab.

    Wir hoffen, Ihnen - den deutschen Wissenschaftler/innen in Nordamerika - eine Momentaufnahme der reformbedingten Bewegungen im deutschen Wissenschaftssystem anbieten zu können, die für Sie nützliche Informationen enthält - und vielleicht ja sogar im Einzelfall die Rückkehrperspektive schärft. Viel Spass bei der Lektüre, und gegebenfalls viel Glück bei der Jobsuche wünschen

    Christian Schwalb (schwalb@daad.org)
    Katja Simons

    GAIN-Projektleitung

    Gastbeiträge


    Wie machen sich die Reformbewegungen im deutschen Wissenschaftssystem bisher am Arbeitsmarkt bemerkbar? Unsere Gastautoren fassen die ersten Befunde zusammen. In quantitativer Hinsicht, also was die konkrete Zahl an neu geschaffenen wissenschaftlichen Stellen und deren bisherige Besetzung angeht. Aber auch in qualitativer Hinsicht: Denn beispielsweise auch bei den individuellen Rekrutierungsstrategien am Standort Deutschland hat sich im Zuge der Exzellenzinitiative durchaus etwas getan. Neben Analysen von Experten kommen Vertreter einiger exemplarischer Cluster mit ausführlichen Erfahrungsberichten zu Wort.

    Zu den Gastbeiträgen geht es hier >>>

    Aktuelle Personalrekrutierung in den Excellenzclustern


    Die Bestandsaufnahme: Ergebnisse einer GAIN-Umfrage vom Juli/August 2008. Wie ist es um die laufende Rekrutierung in den 37 Exzellenzclustern bestellt? Wie setzen sich die Kandidat/innen zusammen, wie gross ist bisher das Interesse von Wissenschaftler/innen aus Nordamerika, auch von potentiellen deutschen Rückkehrern? Unsere Kompakt-Übersicht fasst die Ergebnisse der Umfrage unter den Exzellenzclustern zusammen und gibt die bisherigen Erfahrungen der Cluster wieder. Als zusätzlicher Service finden sich Links zu aktuellen Ausschreibungen und den Ansprechpartnern aller Cluster.

    Die Übersicht mit den Umfragergebnissen der Excellenzcluster finden Sie hier >>>

    Aktuelle Personalrekrutierung in den Graduiertenschulen


    Die Bestandsaufnahme bei den Graduiertenschulen fällt aus naheliegenden Gründen knapper aus: das vorherrschende Rekrutierungsprofil stellen naturgemäß Doktoranden. Dagegen wurden bzw. werden Juniorprofessuren, Koordinatoren-, Gruppenleiter- und PostDoc-Stellen – also solche, die dem wissenschaftlichen Profil der überwiegenden Mehrzahl der GAIN-Mitglieder entsprechen – nur vereinzelt geschaffen. Das hat unsere Umfrage (Juli/August 2008) bei den Graduiertenschulen bestätigt. Ein großer Teil der wissenschaftlichen Stellen ist mittlerweile besetzt, darunter z.B. auch die neuen so genannten „Substitute Professors“, die im Zusammenhang mit der Berlin Mathematical School an den Berliner Universitäten eingerichtet wurden und alle zwei Semester neu ausgeschrieben werden. Die Stelleninhaber entlasten die festen Professoren in der Lehre und sammeln so eigene Lehrerfahrung – insofern können Stellen wie diese durchaus als Sprungbrett für Rückkehrwillige zurück in die deutsche Hochschullandschaft gelten. Weitere Stellen können zukünftig in Forschungsprojekten entstehen, die im Einzelfall im Umfeld von Graduiertenschulen angesiedelt werden. Wie bei den Exzellenzclustern lohnt deswegen auch hier der regelmäßige Blick auf die Homepages, über die Graduiertenschulen in der Regel ihre Stellen ausschreiben. Offene Stellen werden ansonsten mehrheitlich über die selben Medien publik gemacht, derer sich auch die Exzellenzcluster bedienen (Editorial, sh. oben).

    Eine weitere Erkenntnis unserer Umfrage: Nicht alle Graduiertenschulen sind mit den bisherigen Rekrutierungsergebnissen restlos zufrieden. Zum Teil fiel die Zahl der Bewerbungen aus dem Ausland unerwartet niedrig aus. Auch war es im Einzelfall schwierig, geeignete Kandidaten zu finden - das Konzept der Graduiertenschule sei in Deutschland noch zu wenig bekannt. Professoren müssten viel Zeit investieren, „um das Betreiben von Graduiertenschulen ständig zu rechtfertigen“, so Prof. Urs Schweizer, Sprecher der Bonn Graduate School of Economics (BGSE). Zum Nachteil speziell gegenüber dem Ausland werde zudem der Zeitaufwand, um die erforderlichen Mittel „einzutreiben für etwas, was in einem entwickelten Land wie der Bundesrepublik eigentlich Standard sein müsste.“

    Homepages und Ansprechpartner aller Graduiertenschulen finden sich hier bei der DFG >>>